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Dr. med. vet. Isabell Herold  Mobil 0178-8886650

Dr. med. vet. Tilman Simon   Mobil 0178-8886651

Bürg 27, 83627 Warngau 08021-507888

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Zahnheilkunde

Das Pferdegebiss ist auf Schwerstarbeit ausgelegt: es soll täglich riesige Mengen Raufutter zu einem verdaulichen Brei zermalmen und bildet somit die erste lebenswichtige Etappe im Verdauungssystem des Pferdes.

Um dieser Aufgabe gerecht zu werden ist das Pferdegebiss so strukturiert, dass die Zähne nach Abschluss des Wachstums lebenslang weiter nachgeschoben werden und sich beim Kauvorgang aufeinander einschleifen. Wenn diese Einschleifprozedur z.B. aufgrund eingeschränkter Kautätigkeit oder Erkrankungen mangelhaft ist, entstehen schmerzhafte Veränderungen im Pferdemaul oder am Kiefergelenk. Diese Veränderungen können Auswirkungen auf den gesamten Körper haben und verkürzen – wenn unbehandelt – die Nutzungsdauer und das Pferdeleben erheblich.
 

Neben dieser tierarttypischen Problematik kann das Pferd auch an vielen anderen Mundhöhlen- und Zahnerkrankungen leiden wie z.B. Karies, Parodontose, Zahnstein oder Entzündungen der Speicheldrüsen. Viele Krankheiten, die ihren Ursprung an anderen Organen haben, äußern sich auch in der Maulhöhle wie Leberentzündungen, eine Reihe von Stoffwechselerkrankungen und verschiedene Virus- und Pilzinfektionen um nur einige Wenige zu nennen. Die fachgerechte Behandlung im Pferdemaul ist eine medizinische Herausforderung und bedarf eines speziell dafür ausgebildeten Tierarztes. Eine Gebisssanierung beschränkt sich nicht auf das früher übliche, unkontrollierte Zähneraspeln, wie es von Laien leider auch heutzutage immer noch praktiziert wird.

Das Wissen um die richtige Zahnheilkunde beim Pferd wächst ständig. Dr. Simon kann Ihrem Pferd dank seiner Spezialausbildung (Fachzusatzbezeichnung Zahnheilkunde) und kontinuierlicher internationaler Fortbildung auf höchstem fachlichen Niveau die bestmögliche, modernste und schonendste Behandlung zukommen lassen. Ihr Pferd wird es Ihnen durch ein langes, schmerzfreies und glückliches Leben sowie eine deutlich verbesserte Leistungsfähigkeit und Rittigkeit danken!

Einige der häufigsten Fragen zur Pferdezahnheilkunde:

Welche Hinweise auf Zahnprobleme gibt mir mein Pferd?

Plötzliche Verschlechterung der Rittigkeit

Schwierigkeiten beim Auftrensen

Probleme beim Stellen und Biegen

Verwerfen

Sperren oder Kopfschlagen

Nicht durch das Genick gehen

Gegen das Gebiss gehen, Gebiss nicht annehmen

Abnorme Kaubewegungen

Zähne wetzen

Wickelkauen

Verändertes Trinkverhalten

Berührungsempfindlichkeit am Kopf

Steigen

Schlechter Atem

Nasenausfluss

Asymmetrie des Gesichtsschädels

Schwellungen am Kiefer

Beulen an der Nase

Gewichtsverlust

Verletzungen der Maulschleimhaut

Stumpfes Fell

„Schlechte Laune“

Schlundverstopfung

Kopfscheue

Nervenlähmungen

Deckunlust, schlechte Rosse

Kolik

Wie läuft eine Gebisssanierung ab?

Entsprechend unserer Praxisphilosophie wird jeder Schritt vor der Behandlung mit Ihnen abgesprochen. Die meisten Behandlungen können in der gewohnten Umgebung des Patienten durchgeführt werden, also in seiner Box oder bei Gruppenhaltung im Unterstand.

Benötigt wird lauwarmes Wasser und ein Stromanschluss. Nach einer tierärztlichen Allgemeinuntersuchung und einer ersten Kontrolle der Maulhöhle wird der Patient sediert (eine Beruhigungsspritze wird gegeben). Die Wirkung tritt innerhalb weniger Minuten ein. Das Pferd bleibt während der gesamten Behandlung und auch danach freiwillig stehen und legt sich nicht ab.

 

Das Maulgatter wird jetzt eingesetzt, wobei die Schneidezähne auf Beißtellern stehen und das Gebiss schonend und für das Pferd vollkommen stressfrei geöffnet wird. Nach einer sorgfältigen Untersuchung jedes einzelnen Zahnes, des Zahnhalteapparates, des Zahnfleisches der Zunge, des Rachens und der gesamten Maulhöhle ist die Befunderhebung abgeschlossen. Ein Behandlungsplan wird mit Ihnen besprochen und sofort in die Tat umgesetzt, gerne können Sie eventuell vorhandene krankhafte Veränderungen selbst ansehen und ertasten.

Dr. Simon setzt die modernsten und effizientesten Apparaturen nach dem neuesten Stand der Technik ein. Zum Einsatz kommen sowohl unterschiedliche elektrobetriebene Einheiten als auch eine größere Anzahl Handraspeln und Zangen. Eine punktgenaue Behandlung jedes Anteiles von jedem einzelnen Zahn und seiner Verankerung im Kiefer ist somit kompromisslos möglich um aus der Maulhöhle Ihres Pferdes wieder ein funktionstüchtiges Organsystem zu machen. Eine antiseptische Maulspülung vor, während und im Anschluss an die Behandlung ist selbstverständlich.

Nach Abschluss der Behandlung wird Ihrem Pferd in einem ruhigen Ort ein langsames Aufwachen ermöglicht.

Dr. Simon wird den Patienten aus unserer tierärztlichen Hausapotheke mit allen Schutzimpfungen und Schmerzmitteln sowie Antibiotika und anderen Medikamenten versorgen, sollte dies notwendig sein. Die entsprechenden Medikamente sind stets vor Ort einsatzbereit im voll ausgestatteten Praxiswagen. Ebenso wird eine mobile Röntgeneinheit mitgeführt, um vor Ort bei schwerwiegenden Problemen gleich fachgerechte Diagnostik betreiben zu können.

Ist eine Sedation notwendig?

Ja.

Die Sedation, also das Angstfreimachen durch eine Beruhigungsspritze ist notwendig und zwar aus folgenden Gründen:

Sie ermöglicht erst die fachgerechte eingehende Untersuchung und eventuell notwendige Behandlung im Pferdemaul, und zwar jeden einzelnen Zahn ohne Zwangsmaßnahmen und Angstzustände für das Pferd.

Die Behandlung ist in der Regel nicht schmerzhaft, um dem Pferd jedoch keine unnötigen Ängste und die damit einhergehenden Abwehrbewegungen zuzumuten, ist aus Tierschutzgründen eine Sedation angezeigt.

Aus reiterlicher Sicht ist es nicht vernünftig einem Pferd an einem Tag eine ängstigende und daher unangenehme Prozedur im Maul zuzumuten und von dem gleichen Tier am nächsten Tag ein „vertrauensvolles Herantreten an den Zügel“ oder ein „weiches Maul“ zu fordern. Das Vertrauensverhältnis zwischen Pferd und Reiter könnte ohne Sedierung Schaden nehmen.

Zur Vermeidung von Stress für alle Beteiligten und um Ihrem Pferd die bestmögliche medizinische Versorgung zukommen zu lassen halten wir, wie alle führenden medizinisch arbeitenden Pferdezahnspezialisten die Sedation für unabdingbar. Die eingesetzten Medikamente sind sehr gut verträglich. Jeder Patient wird vor der Sedation einer Allgemeinuntersuchung unterzogen.

Dauer einer Behandlung

Die Dauer einer Behandlung ist natürlich abhängig vom Ausmaß der durchzuführenden Korrekturen. Meist dauert eine Gebisssanierung um die 45 Minuten. Sie sollten Ihrem Pferd danach noch etwa eine Stunde Aufwachphase gönnen bevor es wieder fressen darf. Die meisten Pferde sind nach dem Aufwachen wieder voll einsatzfähig, in sehr seltenen Fällen muss sich der Patient noch an das neue „Maulgefühl“ gewöhnen und sollte erst nach ein bis zwei Tagen wieder geritten werden.

Häufigkeit einer Gebisssanierung

Nach einer ersten eingehenden Gebisssanierung benötigt Ihr Pferd eine jährliche Kontrolluntersuchung mit kleineren Korrekturmaßnahmen. Junge Pferde bis zu einem Alter von 5 Jahren sollten etwa alle 6 Monate nachkontrolliert werden, da bis zu diesem Alter der Wechsel vom Milchgebiss zum bleibenden Gebiss stattfindet und viele Probleme im Vorfeld des Zahnwechsels vermieden werden können. Alte Pferde ab etwa 18 Jahren oder solche mit nur noch wenigen funktionstüchtigen Zähnen sollten ebenfalls alle 6 Monate nachkontrolliert werden.

Die Kosten

Die Kosten richten sich nach dem Sanierungsaufwand, daher können wir Ihnen nur eine Größenordnung nennen. Als Tierärzte berechnen wir nach der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT), wie sie im Bundesgesetzblatt gesetzlich festgeschrieben ist.

Eine „Standartbehandlung“ (soweit man beim Individuum Pferd generalisieren kann) einschließlich Allgemeinuntersuchung und Sedation liegt in der Regel zwischen 140,- und 180.- Euro. Die jährlichen Folgebehandlungen sind meist weniger aufwändig und daher günstiger. Jeweils Zuzüglich der Anfahrtskosten die sich nach der Anzahl der in Ihrer Region mitbehandelten Patienten richtet. Kontaktieren Sie uns und scheuen Sie sich nicht das Thema Kosten anzusprechen!

Was hat die Zahngesundheit mit der Rittigkeit zu tun?

Sehr viel.

Das Maul gehört neben der Einwirkung über den Sitz und den Schenkeln zum wichtigsten Kommunikationsmittel zwischen Pferd und Reiter. Ein schmerzhaftes Maul wird immer zu Ausweichbewegungen führen, das Pferd wird nicht gerne an den Zügel herantreten. Als Turniertierarzt wird Dr. Tilman Simon immer wieder mit wunden Mundwinkeln und Hämatomen (blauen Flecken) in der Backenschleimhaut bei Turnieren konfrontiert. Diese führen bei Pferdekontrollen zu Beanstandungen und in besonders schlimmen Fällen zur Disqualifikation. Viele dieser Verletzungen werden durch Zügeleinwirkungen auf ein unbehandeltes Pferdemaul ausgelöst!

Wie erkenne ich einen „guten Pferdezahnarzt“?

Es gibt einige einfache Hinweise, so sollte die behandelnde Person auf keinen Fall „blind“, also ohne vorherige Untersuchung und Diagnose im Maul herumfuhrwerken.

Die hintersten Backenzähne liegen in etwa unterhalb des Auges. Um diese Zähne ertasten zu können verschwindet praktisch der gesamte Unterarm des Therapeuten im Pferdemaul. Dies ist notwendig, da vor, während und nach jeder Behandlung eine gründliche Befunderhebung steht.

Um eine Befunderhebung durchführen zu können benötigt man ein Maulgatter bei dem die Schneidezähne auf Beißtellern stehen. Andere Hilfsmittel zur Öffnung des Pferdemaules wie z.B. Maulkeile, die seitlich zwischen die Backenzähne geschoben werden sind zur genauen Befunderhebung und einer anschließenden Behandlung ungeeignet, da die Patienten auf diesen Maulkeilen mit einzelnen Zähnen einen extremen Kaudruck aufbauen und dies zum Splittern des belasteten Zahnes kommen kann!

Der Therapeut sollte in der Lage sein Ihnen die genauen Kauvorgänge und die komplizierte Kaumechanik zu erklären. Er sollte Sie genauestens vorher über jeden Schritt der Behandlung informieren und neben dem Maulgatter mindestens über einige, der Anatomie des Kiefers angepasste Zahnraspeln und eine Lichtquelle verfügen. Er sollte die Schneidezähne mit in seinen Behandlungsplan einbezogen haben. Die Behandlung sollte in Sedation erfolgen um Tiergerecht und gründlich arbeiten zu können.

Am Zungengrund liegt ein sehr feines und empfindliches Knochensystem, das Hyoid. Es ist mit Strukturen im Innenohr verbunden, die für den Gleichgewichtssinn mitverantwortlich sind (das Os petrosum). Zerrt man die Zunge extrem weit aus der Maulhöhle kann es zur Verletzung dieses feinen Knochens kommen. Die Folgen könnten Gleichgewichtsprobleme, späteres unkontrolliertes „Heraushängen“ der Zunge aus dem Maul oder die Unfähigkeit, Futter aufzunehmen sein. Solch eine Gewalteinwirkung ist sicherlich keine Visitenkarte eines „guten Pferdezahnarztes“!

Dies sind nur einige erste Hinweise. Ein erfahrener Umgang mit dem Partner Pferd kommt selbstverständlich noch hinzu.

Wie kann ich mehr über Pferdezahnheilkunde erfahren?

Wir halten Fortbildungsveranstaltungen auf Einladung ab. Vielleicht findet in Ihrer Nähe demnächst einer unserer Vorträge mit Videofilm, Demonstrationen an Knochen und Diaschau statt, oder Sie möchten solch eine Veranstaltung in Ihrem Reitverein oder am Reiterstammtisch organisieren? Kontaktieren Sie uns!

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