Was ist Akupunktur?

In der chinesischen Philosophie bedeutet Gesundheit: „Harmonie und gleichmäßiger Fluss aller Lebensenergie“. Sollte dieser Fluss gestört sein, kommt es zu Befindlichkeitsstörungen, Verhaltensänderung, Leistungsbeeinträchtigung und schließlich zur manifesten Erkrankung.

Die Akupunktur kann sehr früh in diesen Ablauf einwirken, was dazu führt dass nicht nur die Gesundheit erhalten, sondern auch die Leistungsfähigkeit gesteigert werden kann. Dies geschieht nicht durch „Übersteigern“ einzelner Organe, sondern durch Optimierung der physiologischen Abläufe des Körpers.

Um gute und langfristige Erfolge erzielen zu können, muss Akupunktur in der chinesischen Philosophie eingebettet bleiben. Damit erhält man die Möglichkeit eine Erkrankung, die „schulmedizinisch“ möglicherweise schwer zu beeinflussen ist, von einer vollkommen anderen Perspektive zu betrachten und einen vielversprechenden Therapieansatz zu finden. Das bedeutet aber natürlich auch dass „Rezeptakupunktur“ (Bei Husten diesen Punkt und bei Lahmheit jenen) nur sehr eingeschränkt wirken kann.

Die Akupunktur kann als Regulationsmedizin die Selbstheilungskräfte mobilisieren. Sind bei einer Erkrankung die Selbstheilungskräfte gestört, kann man sich als Schulmediziner manchmal die Zähne ausbeißen! In anderen Fällen sind die Selbstheilungskräfte völlig in Ordnung, reichen aber nicht aus, um eine Besserung oder Gesundung zu erreichen. Diese Fälle eignen sich nicht zur Akupunktur sondern sollten schulmedizinisch behandelt werden.

Als Tierärztin ist mir ist wichtig, in jedem Einzelfall nach eingehender Untersuchung zu entscheiden was für den jeweiligen Patienten am erfolgversprechendsten ist: westliche Medizin nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen mit hochtechnisiertem Equipment oder Akupunktur nach altchinesischen traditionellen Grundsätzen. Oder eine Kombination aus beidem.

Nach diesem Einblick in die Möglichkeiten und Grenzen der Akupunktur darf ich Sie noch auf folgenden Leitsatz hinweisen:
Bei der Akupunktur wird keine Krankheit behandelt, sondern das Pferd!

Womit wird akupunktiert?

Akupunkturnadeln sind aus Edelstahl und einzeln steril verpackt. In Ausnahmefällen wird mit einer Gold- oder Silbernadel gearbeitet. Die Nadeln sind zwischen 1,5 und 15 cm lang und zwischen 0,15 und 0,4 Millimeter dick. Durch speziellen Anschliff ist der Einstich praktisch schmerzlos.

Wie läuft eine Akupunktursitzung ab?

Die Untersuchung bei einer Akupunktursitzung besteht aus dem Abtasten vieler „Indikator-Punkte“ und aus der Befragung des Besitzers. Nach der Diagnosestellung werden Nadeln mit spezieller Einführungstechnik auf die Akupunkturpunkte gesetzt.

Sehr oft entspannen die Pferde vollkommen. Deshalb sollten sie während der Akupunktur nicht abgelenkt oder gestört werden (z.B. Füttern, ständiger Körperkontakt, Reaktion auf andere Pferde)

Wie lange die Akupunktur dauert hängt vom Pferd ab und ist selten vorhersehbar. In der Regel jedoch kann man zwischen wenigen Minuten bis zu einer dreiviertel Stunde rechnen.
Die Nadeln werden gezogen, wenn sie sich nach festem Sitz plötzlich leicht ziehen lassen oder sich von selbst herausschieben. Nach der Akupunktur sollte Ihr Pferd zwei bis drei Stunden lang nicht arbeiten.

Bei Folgebehandlungen wird Ihr Pferd wieder völlig neu untersucht. Das ist vor allem bei chronischen Erkrankungen notwendig um eine Problemverschiebung festzustellen. Sehr oft wird hier ein Weg vom Chronischen über das Akute ins Gesunde rückwärts gegangen.

Gibt es Nebenwirkungen?

Bei der Akupunktur handelt es sich nicht um eine Methode „bei der nichts verkehrt gemacht werden kann“. Um eine Verschlechterung des Zustands zu vermeiden sollte nur der akupunktieren, der sich einer Qualitätssicherung unterwirft. Diese bietet z.B. die Akademie für Tierärztliche Fortbildung (ATF) oder die Deutsche Ärztegesellschaft für Akupunktur (DÄGfA).
Folgende Nebenwirkungen können auch bei fachgerechter Akupunktur auftreten:
- Sehr vereinzelt tritt milde Kreislaufsymptomatik auf. Deshalb bleibe ich bis zum Ende der Sitzung anwesend.
- Es kann zur kurzfristigen Erstverschlechterung kommen bis die Besserung eintritt.
- Das Infektionsrisiko ist durch sterile Einmalnadeln so gut wie ausgeschlossen.

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Dr. med. vet. Isabell Herold  Mobil 0178-8886650

Dr. med. vet. Tilman Simon   Mobil 0178-8886651

Bürg 27, 83627 Warngau 08021-507888

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